DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL

DEUTSCHES SINGSPIEL IN THREE ACTS BY WOLFGANG AMADEUS MOZART


PRELIMINARY PHOTO SELECTION (1)

PRELIMINARY PHOTO SELECTION (2)

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PHOTOS © Jochen Quast 2017


VIDEO TRAILER


PRODUCTION
 

Semperoper Dresden
intendant: Wolfgang Rothe
première: 15 April 2017

This première was the opening production of the Mozart-days 2017. The Semperoper is celebrating the 2017 anniversary: 350 years opera in Dresden.

conductor: Christopher Moulds
stage director / set design: Michiel Dijkema
costume design: Claudia Damm / Jula Reindell
light design: Fabio Antoci
dramaturgy: Stefan Ulrich

Bassa Selim: Erol Sander
Konstanze: Simona Šaturová / Hulkar Sabirova
Blonde: Tuuli Takala / Sibylla Duffe
Belmonte: Joel Prieto / Martin Mitterrutzner
Pedrillo: Manuel Günther / Aaron Pegram
Osmin: Dmitry Ivashchenko / Lars Woldt

chorus: Sächsischer Staatsopernchor Dresden
orchestra: Sächsische Staatskapelle Dresden
extras: Komparserie der Sächsische Staatsoper Dresden


PRESS QUOTES
(TRANSLATION WILL FOLLOW AT A LATER MOMENT)

„ein unterhaltsamer Mozart mit viel Theater und Bühnenzauber“

Mozarts Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“ kommt als kunterbuntes Märchen auf die Bühne, mit Hintersinn, aber frei von vordergründigen Aktualisierungen.
[…] Im aufgeklärten Gnadenakt des Bassa, der die geliebte Frau mit dem Erbfeind und das quirlige Dienerpaar obendrein ziehen lässt, stellt die Überlegenheit der Europäer endgültig infrage. So konstatierte Mozart schon vor fast 250 Jahren, auch wenn ihm der Konflikt der Kulturen eher Kulisse als Gegenstand war. Regisseur Michiel Dijkema tut es ihm gleich. Er hat sich selber eine Moorlandschaft auf die Bühne gebaut, deren bewachsene Hügel sich wie ein Vexierbild verschieben. Ein Krokodil wackelt dazwischen, Versatzstücke der „osmanischen Zivilisation“ tauchen auf. Hier ist es ein schwertbesetztes Tor ohne anschließenden Zaun, da eine ruinöse Eingangstreppe ohne Palast, dann ein kahler Baum mit Kerzenlüster, unter dem fürs Kerzenscheindinner eingedeckt ist.
Die schicken bunten Kostüme einer barocken Welt und dem, was man damals für „türckisch“ hielt, einschließlich zweier zotteliger Kamele, sind alle von unten her voll Morast. Die Figuren waten ständig durch einen alles verkrustenden Schlamm-Massel.
[…] in dem pompösen ersten Auftritt des Bassa, der Gewitter-Flucht-Szene oder der Präsentation der Marterwerkzeuge – erst geköpft, dann gehangen, dann gespießt auf heiße Stangen – zeigt sich der Regisseur als witziger Spieleerfinder. […] ein unterhaltsamer Mozart mit viel Theater und Bühnenzauber.

Jens Daniel Schubert
Sächsische Zeitung
17. April 2017

„Dijkema macht umso bildgewaltiger deutlich, wie tief der Bruch der Kulturen bis heute klafft […] ganz spektakulär“

Der Holländer Michiel Dijkema gibt mit Mozarts „Entführung aus dem Serail“ sein Regiedebüt an der Semperoper Dresden und zeigt das Werk als überbordendes Märchen. […] Die Neuinszenierung des Werks feierte nun just einen Abend vor dem Referendum in der Türkei zu den Mozart-Tagen an der Semperoper Dresden Premiere – und zeigt umso mehr, wie aktuell dieser Stoff bis heute ist. Denn obwohl Michiel Dijkema bei seinem Regiedebüt in Dresden auf klare Gegenwartsbezüge verzichtet, statt dessen in einer überbordenden Märchenästhetik eher das Volkstheaterhafte des Singspiels betont, macht er nur umso bildgewaltiger deutlich, wie tief der Bruch der Kulturen bis heute (in den Köpfen) klafft. Er verwandelt die Bühne in eine verwunschene Sumpflandschaft, in der auch ein agiles Krokodil und zwei Kamele nicht fehlen dürfen. Seine Inszenierung ist ein Fest für die Augen, das opulente Orientbild jedoch Illusion, ein phantasievoller Mythos, der bewusst von der Realität abweicht und mit teils utopischen Vorstellungen vom Fremden spielt. […] Das schrammt fast schon an der Grenze zum Kitsch, verfehlt die Wirkung jedoch nicht. Denn im Märchen offenbart sich bekanntlich so manche bittere Wahrheit […] Dazu stapft Belmonte durch den knietiefen Matsch, die feinen Seidenkleider schwarz verlebt, die Brust voller Blutegel […]
Ganz spektakulär wird es im zweiten Teil, als sich Belmonte und Pedrillo mit den Damen schließlich aus der Türkenwelt abseilen. Donnergrollen dröhnt, Blitze zucken durch den ganzen Saal, bis die vier in einer riesigen türkischen Folterkammer statt in der Freiheit enden. Der Zorn Selims jedoch wandelt sich überraschend in einen Gnadenakt: Er lässt die vier frei, am Ende siegt die Vernunft. Man wünscht sich, dass es nicht nur in der Oper so sein möge.

Dresdner Neueste Nachrichten
Nicole Czerwinka
18. April 2017

„die Musikalität des auch als Pianisten ausgebildeten Regisseurs bringt einen ordentlichen Zug ins Geschehen“

Noch in den ersten Takten der pfiffigen Ouvertüre lüftet sich der Vorhang und Belmonte wird – durch einen Sumpf watend – von einem herantrabenden Krokodil überrascht. Erste Lacher. […] Belmonte steht als halbe Heldenpersiflage im Zentrum, etwa wenn er wenig später bis zum Hals im Schlamm steckt und seinen Diener mehrmals rufen muss, bis dieser ihn bemerkt und mit reichlich Wurzelwerk herauszieht. […]
Gewitzte Witze […] viele kleine Gags und Lacher, und die Musikalität des auch als Pianisten ausgebildeten Regisseurs bringt einen ordentlichen Zug ins Geschehen. […] Michiel Dijkema arbeitet pragmatisch eine Inszenierung aus, die um (aktuelle) Brisanz und Politik weitestgehend einen Bogen macht, zwar ein paar Mal unter die Oberfläche taucht, aber schnell wieder zwinkernd hervorlugt. Daraus ist kaum ein Vorwurf zu formulieren. Als es vor der Schlusshöllenfahrt heißt: „Jetzt geht es um Leben und Tod, die Türken kennen keinen Spaß!“, muss gar nicht mehr gesagt werden, um Gelächter hervorzurufen. Die bitter-harte Präsenz der aktuellen Türkeipolitik dürfte für jeden spürbar gewesen sein.

Theo Hoflich
Magazin Klassik.com
20. April 2017

„ganz Mozart-gemäß verspielt, mit Augenzwinkern und Hintersinn versehen“

Ein Sumpf zieht am Gebirge hin … Das ist kein Kommentar zu weitsichtigen Politikdarstellern à la Erdogan, Kaczynski, Orbán und Trump, das ist das Bühnenbild zur „Entführung aus dem Serail“, wie sie an Dresdens Semperoper Premiere hatte. Ein Sumpf der Gefühlslandschaften von Entführungsopfern und Entführern? Vielleicht sogar das Versinken im Stockholm-Syndrom? Der niederländische Regisseur Michiel Dijkema hat bei seinem Semperoper-Debüt zum Auftakt der dortigen Mozart-Tage auch gleich in seiner Zweitprofession als Bühnenbildner gewirkt. […] eine bonbon-bunte Opernproduktion, die sich wohltuend vom oft austauschbaren Einerlei des Theaterdunkels abhebt. […] ein blanker Satz wie „Türken verstehen nicht den geringsten Spaß“ evoziert aber im Premierenpublikum unüberhörbares Paralleldenken. Dennoch bleibt diese Produktion zunächst einmal ganz Mozart-gemäß verspielt, ist mit Augenzwinkern und Hintersinn versehen, scheut sich nicht vor Plattitüden. Wie in frühesten Theaterzeiten schieben sich Landschaften in und durch den von eindrucksvollen Gewitterhimmeln überwölbten Bühnenraum, wird mal ein riesiges Krokodil in den Weg gestellt und dürfen zwei ziemlich realistische Kamele durch die Gestade stolzieren. Irgendwann werden dort auch mal Rüben geerntet. […] Viel für’s Auge
[…] hinreißende Momente […] als großen Spannungstrumpf sollte wohl auch die Folterkammer mit ihren raumgreifenden Instrumenten Fernsehbilder möglichst noch toppen.

Michael Ernst
Neue Musikalische Zeitung
18. April 2017

„Eine große »Entführung« ist jetzt in Dresden zu erleben.“

Das ist ja, staunt das Auge, illusionistisches Theater. Ausstattung wie zu Max Reinhardts Zeiten. Märchenhafte Flur, Nebel steigen auf. Orientalische Kostümierungen. Es donnert und blitzt, wenn nötig. Abdrücke von Krokodilen kriechen am Boden, das Tor zum Reich, alt und schäbig, zieren Flügel mit Griffen aus Schwertern. Belmonte, seine Plünnen grün wie die Laubfrösche, er, der großmütige Sucher in der Oper, kämpft sich durch die dampfende Traumlandschaft aus Sümpfen und Gräsern, bizarren Bäumen und Gewässern hindurch. Ja, er verwächst bis zum Halse mit dieser, bis der Freund ihn am Kopf herauszieht. Irgendwann schiebt sich die gereihte Botanik, wie von des Zauberers Hand, ineinander. Anklänge an Janitscharenmusik und sonstige türkische Kolorierungen lässt schon die Ouvertüre hören. Ins Auge springt sodann die große Prozession mit Kamelen, schönen Frauen im Käfig, bärtigen, rot betuchten Soldaten und farbig Volk. Opulent die gesamte Bühne, ausgestaltet von Michiel Dijkema, der auch Regie führte.
[…] Ort der Handlung ist der türkische Herrschaftsbereich. Der, dieser Tage ins Netz geschaut, kollabiert gerade, und die Welt, zumal die amtliche westliche, obwohl nicht viel besser, empört sich sanft. Tangiert dergleichen die Neuproduktion? [..]  Die Semperoper-Inszenierung tut das nicht, jedenfalls nicht plump. […] Keine Figur ist indifferent oder einseitig gezeichnet. Darin folgt Dijkema ganz dem Komponisten.
[…] In Fabrikgröße aufgemacht die Folterkammer über die ganze Breite der Bühne, darin Kessel und Pickelräder, Ketten und gezackte Stahlgurte, Pritschen, Seile, Fackeln und Rauch auf ihre Opfer warten. […] Während die Folterinstrumente vor den Gefesselten zu drehen beginnen, kommt Bassa Selim, in Belmonte den Sohn seines einstigen Bedrängers erkennend, angelaufen und befiehlt überraschend die Befreiung der geschundenen Paare. Derlei zu inszenieren, mag furchtbar konventionell erscheinen, in Dresden wirkte es höchst erfrischend. Der Ruf nach Milde und Ausgleich, nach Versöhnung - dies der Gegenwartsbezug - muss in Zeiten des Einsatzes der Superbombe und von potenziell Schlimmerem kraftvoll erschallen. Immer lächeln die Szenen, die Üppigkeit der Bühne bezaubert.
[…] Eine große »Entführung« ist jetzt in Dresden zu erleben.

Stefan Amzoll
Neues Deutschland
20. April 2017

„klar erzählt […] perfekt“

In der Semperoper gabs ja schon sehr eigenwillige Inszenierungen. Die neue Fassung von Mozarts »Entführung aus dem Serail« beweist das noch einmal. […] Die Neuheit dieser Mozartehrung ist die Neuinszenierung der »Entführung aus dem Serail« des niederländischen Regisseurs Michiel Dijkema, der auch selbst das Bühnenbild entwarf. […] Wie einst der Prinz Dornröschen nur durch eine schier undurchdringliche Dornenhecke erreichen konnte, so hier der spanische Prinz Belmonte durch sumpfiges Gelände seine Konstanze; wie überhaupt der Palast des Selim auf Schlamm gebaut ist. Alle Darsteller tragen dreckverschmierte Stiefel. Und Belmonte droht fast im Sumpf zu versinken.
[…] eine klar erzählte Handlung […] Großes Finale – bunt und farbenreich, der ganze orientalische Hofstaat mit zwei Kamelen samt prunkvoll gewandeter Völkerschaft des Chores vor sonnenhellem Hintergrund. Die Wirkung war dekorativ perfekt.

Friedbert Streller
Musik in Dresden
16. April 2017

„ein buntes Fest der Sinne […] famos“

Ohne das Stück mit der Brechstange zu aktualisieren, lässt der Holländer Michiel Dijkema seine Inszenierung zu einem bunten Fest der Sinne werden. Schon der Auftakt ist famos: Belmonte stapft durch den knietiefen Matsch, die feinen Seidenkleider schwarz verklebt, die Brust voller Blutegel – und sucht verzweifelt im türkischen Sumpf nach seiner Geliebten Konstanze […] Mit einer überbordenden Märchenästhetik betont Michiel Dijkema bei seinem Regiedebüt in Dresden eher das Volkstheaterhafte des Singspiels […] Das opulente Orientbild jedoch erscheint hier ganz klar als Illusion, lässt einen phantasievollen Mythos aufleben, der sich vor allem aus utopischen Vorstellungen vom Fremden speist.

elbmargarita
16. April 2017

„ein unterhaltsames Stück mit Tiefe […] sehr stimmungsvolle Bilder“

Michiel Dijkema wiedersteht glücklicherweise der Versuchung das jetzt platt zu aktualisieren mit IS-Kämpfern […] sondern er erzählt die Geschichte von diesen Personen, von allen Personen im Stück, die sich im Sumpf ihrer Gefühle verirren und das darf man durchaus wörtlich nehmen. Es gibt einen Sumpf auf der Bühne […] und es ist andererseits in einem Phantasie-Orient […] Also eine doch sehr märchenhafte Mischung, in der er dieses Geschehen spielen lässt.
[…] ein dräuender Gewitterhimmel, sich immer wieder verschiebende Ebenen des Bühnenbildes […] die eigentliche Logik, die Alltagslogik, ist ein Bisschen außer Kraft gesetzt […] hier schleppt dann Pedrillo eine Standuhr über die Bühne, die hat nur den einen Zweck, das Signal zu geben, dass es Mitternacht ist. Man muss nicht wirklich darüber nachdenken, ob das logisch ist, aber es gibt doch sehr stimmungsvolle Bilder. Und das kulminiert in einem Gewitter, wo dann auch diese Gewitterwand, die die ganze Zeit drohte, einen Sinn bekommt.
[…] Ein unterhaltsames Stück mit Tiefe.

Uwe Friedrich
MDR Kultur
16. April 2017

„berührend und humorvoll“

So gestaltete sich Mozarts Singspiel als ein Plädoyer für Mut, Toleranz und Vergebung. Doch erfreulicherweise nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit berührenden und humorvollen Szenen. Zu den schönsten gehört der große Einzug des Bassa mit buntem Gefolge einschließlich Kamelen und einem großen Käfig voller Frauen. Auch die von Blitz und Donner begleitete Flucht, bei der Konstanze und Blonde an einem Seil über die Bühne sausen, ist einmalig. So schrecklich auch die Martergeräte sind, die zum Schluss aufgefahren, aber nicht wirklich eingesetzt werden – es ist ja nur ein Märchen mit Happy-End.
Von tollen, stimmungsvollen Lichteffekten, Versenkungen und Verschieben von Kulissen wird das ganze Register der Bühnentechnik gezogen.

Gudrun Stabenow
Wochenkurier
21. April 2017

“with taste and intelligence […] amazingly entertaining and exciting theatre”

Mozartom udelená milosť v Drážďanoch
To, čo Mozart hudobne i obsahovo poskytol, to úžasná kreativita holandského režiséra a scénografa v jednej osobe, Michiela Dijkema, krok za krokom s chuťou a inteligenciou zužitkovávala. Režijne, hlavne vo vedení postáv, sa mu podarilo vytvoriť ohromne zábavne a napínavé divadlo […]
Udelená milosť pašom, šťastný koniec a režisérove crédo nechalo obecenstvo odísť z opery povznesene […]
Mozart s režisérom a celým divadelným tímom uniesli publikum do ďalekého, nebezpečného romantického rozprávkového sveta. Nová inscenácia Mozartovho singspielu Únos zo serailu učarovala svojou chvíľkovou exotikou v hudbe, pestrosťou a vynaliezavosťou na scéne a v kostýmoch, priam dala zabudnúť na to, že recenzentka žije v úplne inej dobe a v naprosto rozdielnej kultúre. Človek bol ochotný adaptovať sa, prispôsobiť sa tomu cudziemu, tomu bájkovému – aspoň na danú chvíľu….

Agata Schindler
Opera Slowakia
16. April 2017

„Dijkema rückt das zwischenmenschliche Beziehungsgeflecht der Figuren ins Zentrum“

Regisseur Michiel Dijkema hat das Werk in das Gewand eines romantischen Schauermärchens gepackt. […] Er legt den Fokus auf die Fabel und rückt das zwischenmenschliche Beziehungsgeflecht der Figuren ins Zentrum.
[…] Die Wolken, die sich in Dresden über der Szenerie ausbreitet, bilden bei näherer Betrachtung ein knöchernes Gespenst, das sich auf der Flucht zu befinden scheint. Das Motiv bildet den Schlüssel zu Dijkemas Deutung. Die Mozart’schen Figuren sind bereits auf der Flucht oder wollen fliehen. [..]
Wenngleich Dijkema die Geschichte in das Gewand einer orientalischen Märchenwelt wie aus „1001 Nacht“ kleidet, sind die Themen des Werks aktueller denn je. […] Flucht ist bei Mozart/Dijkema nicht mehr als die Notwendigkeit, einem ansonsten unvermeidbaren Übel zu entgehen. Der Brückenschlag in die Gegenwart vollzieht sich in den Köpfen der Zuschauer.

Martin Schöler
Leipziger Internet Zeitung
2. Mai 2017

„dramatisch-bedrohliche Bilder mit modernen Deutungsmöglichkeiten“

Mit der Neuinszenierung der „Entführung aus dem Serail“, dem Höhepunkt der Dresdner Mozart-Festtage an der Semperoper, Ostern 2017, stellt sich Michiel Dijkema erstmals an diesem Haus vor. […] ein „Gemisch“ aus bilderbuchhaften Bühnenbildern, verhalten moderner Regie und auch versteckter Doppeldeutigkeit. […] durch sehr geschickte, opulente „Barock“-Beleuchtung werden vielsagende Bilder schemenhaft in antiquierten Orientvorstellungen vom arabischen Privatleben oder auch dramatisch-bedrohliche Bilder mit modernen Deutungsmöglichkeiten eingeblendet, um eine dramatische Wendung der Handlung anzudeuten […] witzige Gags […]
Osmin lässt am Ende noch vor dem Urteil des Pascha in sadistischer Vorfreude alle möglichen Foltereinrichtungen und Gerätschaften vom Militär herbeischaffen, um die Gefangenen, deren Fluchtversuch durch Verrat fehlgeschlagen ist, im wahrsten Sinne des Wortes vorbereitend „schmoren“ zu lassen, bis ihm Bassa Selim mit seiner Entscheidung im humanistischen Sinn, ohne daraus Nutzen für sich selbst zu ziehen, sondern mit Verzicht, die Freude verdirbt. – Ende gut – alles gut? Rache auf dem Gnadenweg niedergeschlagen – ein utopischer Wunschtraum der Menschheit, eine unerwartete Wendung, eine Hoffnung auf eine bessere Welt – oder sinnt nicht Osmin seiner Tradition verfallen, aus seiner Sicht gedemütigt, enttäuscht und empört, auf Rache? Er ist ideell noch nicht soweit.

Ingrid Gerk
Online Merker
15. Mai 2017

“breathtaking”

Novou mozartovskou operní inscenací v Dráždanech se stala 15. dubna produkce Únosu ze serailu v režijním a scénickém pojetí holandského divadelníka Michiela Dijkemy. K tomu je nutno říci hned úvodem, že tento tvůrce evropského renomé se svým debutem v Semperoper zapsal do paměti zdejších návštěvníků nepochybně na dlouho… Kdo by však očekával, že se tak stalo díky nějakému skandálnímu výkladu, těžícímu z (opět) aktuálního konfliktu mezi západním a islámským světem, byl by nejspíš značně překvapen. Konečně, zrovna v Semperově opeře, která si dlouhodobě buduje image divadla tolerantního a otevřeného k lidem všech národů, kultur a vyznání, bychom se asi výrazně konfrontační inscenace s náboženským podtextem momentálně tak jako tak nedočkali. Dijkema ovšem ohromil drážďanské publikum něčím jiným: na scéně se objevila inscenace dokonale pohádkového střihu, vypracovaná výtvarně a technicky s brilancí, jaká už se dnes na operních scénách prakticky nevyskytuje.
Dijkemova orientální říše, do níž přijíždí mladík Belmonte osvobodit milovanou Konstanzi ze spárů vladaře Bassy Selima, přitom rozhodně není pohádkou bez kazů. Na jednom podstatném se dokonce celá rozkládá: je to svět v neustálém pohybu a na velmi nepevných základech, protože Selimovo panství je zkrátka jen jedna velká nehostinná bažina. […]
Sám Bassa Selim pak vstoupí do děje jako středobod dechberoucího průvodu, tvořeného zástupy zbrojnošů, bizarními vozy, taženými velbloudy, a množstvím dívek z jeho harému. […] Výše popsané dění na jevišti má podle mého názoru díky své vizuální a režijní podobě šanci zaujmout diváky od dětských až po ty v seniorském věku a se zálibou v konvenčně a srozumitelně pojatých inscenacích. Ale své si v tomto Únosu ze serailu jistě najde i náročnější milovník opery: Dijkemův nápad stvořit na prknech Semperoper říši od základů stejně nepevnou a zranitelnou, jako jsou lidské vztahy a city, je sám o sobě stejně obdivuhodný, jako – přes veškerou vnějškovou zábavnost – i varující.
[…] Má tedy smysl znovu opakovat, jak blízko to máme z Čech do Drážďan? Myslím, že už nikoliv.

Robert Rytina
Opera Plus (Prague)
2. Mai 2017

„een buitengewoon kleurrijk spektakel […] het publiek werd vorstelijk vermaakt“

Režisér a výtvarník Michiel Dijkema se zjevně inspiroval dobrodružnou cestopisnou literaturou – však Belmontova výprava za osvobozením jeho milé Konstanze z rukou Selima je svého druhu cestopisem. Nad deštným pralesem se válejí chuchvalce mlhy, po forbíně se plazí nejméně dvoumetrový krokodýl a v průvodu paši Selima kráčejí dva nezbední velbloudi – všechno umně, ale záměrně průhledně stvořené loutky, pohybově jako živé! Přesně v poetice ostře barvotiskových ilustrací dobrodružného čtiva před sto lety, ale také v logice barokních divadelních podívaných. Postavy oblečené v témže duchu připomínají piráty, „divochy“ a dobrodruhy z Robinsona Crusoa. V tomto čísle DN přemítám ještě v recenzi na straně šest o způsobech, jimiž může komická opera rozechvět bránici, a tohle je jeden ze spolehlivých – když se operní dobrodružné příhody v exotických krajích hrají s laskavou ironií a nadhledem. Režisér s pěvci si nevynucují smích grimasami a přehrávaným mrckováním, nýbrž humornými situacemi vyplývajícími z příběhu, charakterů postav a významového kontextu. Publikum se bavilo královsky, na rozdíl ode mne navíc rozumělo zřejmě i aktualizovaným textovým narážkám.
Jevištní obrazy ovšem nijak nepřekážely výsostnému hudebnímu provedení opery. Michiel Dijkema rozehrál řadu pohybových a hereckých špílců, nenechal pěvce ani na chvilku jen stát a soustředit se výhradně na zpívání, ale zároveň je nenutil do pozic, které by pěvecký projev omezovaly, natož aby rozvernou komikou omlouval, nebo dokonce naváděl k pěveckému markýrování – jak poučné v našich poměrech!

Josef Herman
Divadelní Noviny (Prague)
30. Juni 2017