LA GRANDE-DUCHESSE DE GÉROLSTEIN

OPÉRA BOUFFE IN DRIE BEDRIJVEN VAN JACQUES OFFENBACH


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FOTO’S © Karijn Dillmann 2011


PRODUCTIE
 

Staatsoperette Dresden
intendant: Wolfgang Schaller
première: 8 april 2011

muzikale leiding: Ernst Theis
regie / decor / choreografie: Michiel Dijkema
kostuums / medewerking decor: Jakob Knapp
licht: Uwe Münnich
vertaling: Bettina Bartz
dramaturgie: André Meyer

La Grande-Duchesse: Sabine Brohm / Elke Kottmair
Fritz: Timothy Oliver / Frank Ernst
Paul: Andreas Sauerzapf / Bernd Könnes
Puck: Christian Grygas / Bryan Rothfuss
Bumm: Elmar Andree / Herbert G. Adami
Grog: Andreas Schwarze
Nepomuk: Florian Maser / Hilmar Meier
Wanda: Iris Stefanie Maier / Jeanette Oswald / Isabell Schmitt
De Dood: Illya Olexiyenko

miltaire kapel: Reglinde Forberg (piccolo), Thomas Seibig/ Sebastian Pigorsch (klarinet), Sebastian Böhner/ Florian Weber (trompet), Stefan Rindt/ Ulrich Grafe/ Günther Woithe (slagwerk)

koor, orkest en figuratie van de Staatsoperette Dresden


DE ONDERSTAANDE PERSSTEMMEN ZULLEN OP EEN LATER MOMENT VERTAALD WORDEN

„fantastischen Details und militanten Anspielungen mit deutlichen Gegenwartssignalen“

[...] Und schon sind wir mittendrin, in dieser Operette von Jacques Offenbach von 1867, die zur Zeit ihrer Uraufführung die Gemüter erhitzte und schon im Vorfeld die Zensoren auf den Plan rief. [...] Michiel Dijkema inszeniert das Stück im eigenen Bühnenbild. Das ist zunächst ein langer, tiefer Tunnel, kein Licht am Ende. Dafür bald Pulverdampf und ein mächtiger Sensenmann, der zu den Takten der Ouvertüre einen Totentanz anführt. In seinem Gefolge vereinigen sich Krieger aller Länder und Zeiten bei Gesang, Tanz und Mineralwasser. Auch eine Art multikultureller Vision ganz ohne Sprachbarrieren. [...] fantastischen Details und militanten Anspielungen mit deutlichen Gegenwartssignalen. Der tiefe Tunnel bleibt nicht lange leer, heil bleibt er auch nicht. Es knattert immer mal ganz lustig, bis von allen Seiten und von oben schweres militärisches Gerät und Geschütze hereinstürzen oder rollen und jeden Weg zum Rückzug versperren.
[...] auf in den Tod. Aber auf den Flügeln des Gesanges.

Boris Michael Gruhl,
Dresdner Neueste Nachrichten,
11. April 2011

„weder weichgespült noch einem politisch korrekten Schleudergang unterzogen […] schwindelerregend“

Der Tod trägt Strapse
Wenn diese Musik Licht wäre, dann bräuchte man eine extrem starke Sonnenbrille, um sich ihr aussetzen zu können. Wäre sie ein Gemälde, dann wüsste man nicht, wohin man zuerst schauen sollte. […] Der Melodienreichtum der „Großherzogin von Gerolstein“ ist nicht nur eingängig. Er ist regelrecht erschlagend. Ihm haben die Textdichter Henri Meilhac und Ludovic Halévy ein Libretto beigegeben, das gut sitzt. So gut, wie eine Militäruniform über einem raschelnden Ballkleid sitzen kann. Was modetechnisch wie eine Zumutung klingt, funktioniert auf der Bühne. Fast immer. An der Staatsoperette Dresden begeistert es sogar, vorausgesetzt natürlich, man weiß bereits im Vorfeld, worauf man sich da einlässt. […] Michiel Dijkema als Regisseur erhebt kein einziges Mal aufdringlich seinen Zeigefinger. Die als Kriegssatire ersonnene „Großherzogin von Gerolstein“ wird weder weichgespült noch einem politisch korrekten Schleudergang unterzogen. Das tut gut.
Das Schlachtfeld der Liebe ist eine selbst für Leubener Verhältnisse stickig enge Bühne. Strategisch platziert hat Regisseur und Bühnenbildner Dijkema darauf ein Militärgefährt, das mit seiner phallischen Symbolkraft fortan den Raum dominiert und ihn gar zu sprengen droht. […] „Wenn man nicht kriegen kann, was man liebt, sollte man lieben, was man kriegen kann“, lautet die Erkenntnis des Abends. Und wenn das, was man kriegen kann, nicht nur ein vermögender Prinz ist, sondern auch ein ausgezeichneter Küsser, dann erträgt frau die Schicksalsbürde sogar mit Freude. Bis die Großherzogin von Gerolstein allerdings zu dieser Einsicht gelangt, vergehen schwindelerregende drei Stunden.

Radostina Velitchkova
Dresden Kompakt / Dresdner Akzente
5. Mai 2011

„absolut lohnenswert“

Interpretieren, ohne Krampf und Aktualisierungszwang
In seiner Interpretation des Stückes spitzt Michiel Dijkema die groteske Satire weiter zu […] Dijkemas zeitloser Satire-Klamauk ist richtig wohltuend. Eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart schlägt vor allem Jakob Knapp, der in seinen Kostümen etliche Kriegsuniformen quer durch Zeit und Raum zitiert. […] Doch nicht nur kostümbildnerisch ist diese Inszenierung ein Feuerwerk an Parodie-Einfällen. Auch die Charaktere sind satirisch verzerrt, teilweise sogar ins Extreme überzeichnet. […] absolut lohnenswert

Radostina Velitchkova
Dresdner Akzente / Dresden Kompakt
5. Mai 2011

„imposant und unterhaltsam“

Das Satirestück stellte bereits zur Uraufführung 1867 ganz Paris auf den Kopf. Regisseur Michiel Dijkema bringt die französische Operette in drei Akten auf die Dresdner Bühne; imposant und unterhaltsam. Der Grenadier Fritz dient als einfacher Soldat im Regiment der Großherzogin von Gerolstein. Fritz, gespielt von Timothy Oliver, ist in die Krankenschwester Wanda, verkörpert von Iris Stefanie Maier verliebt. Als die mannstolle Großherzogin Fritz kennenlernt, befördert sie ihn binnen kürzester Zeit über verschiedene Dienstgrade.
Fritz genießt den Karrieresprung bis hin zum General, will den eindeutigen Avancen seiner Fürstin, gespielt von Sabine Brohm, aber nicht folgen. Die Großherzogin ist wütend, will Fritz bestrafen. Zudem machen ihm die Männer um die Herzogin das Leben schwer. Eine Intrige folgt der nächsten; und das alles in Zeiten sinnloser Kriege.

Dresden Eins
11. April 2011

„Dijkema lässt die Waffen sprechen“

„Michiel Dijkema lässt die Waffen sprechen. [...] ein Panzer mit Mittelstreckenrakete rattert herein, ein mit spaltbarem Material beladener Jeep rast an ihm vorbei und kommt an einem Pfeiler zum Stehen, schließlich stürzt die uniformhungrige Großherzogin selbst noch in einem Flugzeug vom Himmel. [...] Der Verzicht auf ständiges Auf- und Abbauen, Wegdrehen und Abheben von Bühnenteilen ist wohltuend“

Dr. Martin Morgenstern
Musik in Dresden
13. April 2011

„das Militär wird zum zentralen Gegenstand […] in Monty-Python-Manier“

Das Premierenpublikum am Samstag zeigte sich amüsiert. […] Geschichte, Texte und Musik sind voll von Anspielungen, Übertreibungen und Satire. Gerolstein, heute Rheinland-Pfalz, war ein gern verspotteter Soldatenstaat. Offenbach verlacht eine Welt, in der goldene Tressen mehr sind als ein ehrliches Wort, „karrierebewusstes Verhalten“ so zum Verhaltenskodex geworden ist, dass jede Abweichung als verrückt gilt.
[…] Das Militär wird zum zentralen Gegenstand. Ein sensenschwingender Tod und Soldaten aller Zeiten und Länder bevölkern die Bühne. Doch nicht der sinnfrei funktionierende Apparat, der leistungsunabhängig schwindelerregende Karrieren ermöglicht, ist Ziel des Spotts. Dijkema und Knapp karikieren in Monty-Python-Manier jeden einzelnen Soldaten.

Jens Daniel Schubert
Sächsische Zeitung
11. April 2011